„Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse

„Der Tag war vergangen, wie eben die Tage so vergehen; ich hatte ihn herumgebracht, hatte ihn sanft umgebracht, mit meiner primitiven und schüchternen Art von Lebenskunst.“ Dieses Zitat, aus „Der Steppenwolf“ verfasst von Hermann Hesse aus dem Jahre 1927, bildet den Anfang der Aufzeichnungen, „jenes Mannes, welchen wir mit einem Ausdruck, den er selbst mehrmals gebrauchte, den Steppenwolf nannten“.

Der Roman handelt von dem knapp fünfzig Jahre alten Harry Haller, welcher stets unter einer Gemütskrankheit sowie der Verworrenheit seiner selbst und der ganzen Gesellschaft leidet. Er thematisiert, auf einem Spektrum zwischen hoch differenziert und teils diffus, die Weltanschauung eines Intellektuellen, welcher zugleich Anarchist als auch das Gegenstück zu einem Antichristen bildet. So gewinnt der Leser aus der Sicht des „Herausgebers“ sowie unmittelbar von Harry Haller selbst, indessen Manuskript köstliche Einblicke in die Philosophie eines introvertierten Querdenkers, welcher sich nur zu ungerne an der Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit, seiner Zeit partizipiert. Durch teils melancholische, aber auch hoffnungsbringende Gedankenketten des Harry Hallers, wird zumindest temporär, das Innere des Lesers auf eine durchdringende Art reformiert.

Der Steppenwolf ist ein Roman, welcher mit seinem revolutionären Charakter die bis dato vorherrschende Literatur verwandelte und einst Hermann Hesse zu Weltruhm verhelfen würde. Es spielt zu einer Zeit – in den Zwanzigerjahren – in der eine ganze Generation durch den Ersten Weltkrieg neurotisiert ist und zwischen zwei Fronten steht. So ist der Roman als ein Porträt des Protagonisten Harry Hallers zu verstehen, jedoch nicht eines, indem es um Äußeres oder Belangloses geht, sondern eines, indem das Innere dieses Mannes auf eine zuvor völlig unbekannte Weise und Schönheit erörtert wird und somit den Leser inständig verwandelt.

Somit lässt sich sagen, dass dieses Buch in meinen Augen, eine absolute Pflichtlektüre für Jeden darstellt, der den Anspruch erhebt, irgendwann sagen zu können, er hätte irgendetwas verstanden.

Daniel, 16 Jahre